Besteht nicht das ganze Leben aus Ablenkungen?

Kennst du das?
Du willst deinem Freund eine kurze Whatsapp schreiben und erwischst dich selbst zehn Minuten später dabei, wie du auf Youtube irgendein Video schaust.
Wie ist das passiert?

Wir denken ganz oft, wir hätten die volle Kontrolle über das, was wir den ganzen Tag tun. Doch wenn wir genau hinschauen, sehen wir, dass das nicht wirklich stimmt.
Vielleicht reden wir uns danach ein, dass es ja gerade viel wichtiger war, das Video zu schauen, anstatt die Whatsapp zu schreiben, doch meistens ist das nur eine böse Verleugnung dessen, was wirklich vor sich geht.

Die Ablenkung in diesem Leben ist groß.
Sie lauert an jeder Ecke.
Und ich spreche hier gar nicht nur von Social Media oder Werbung.
Auch wenn wir im Park sitzen und ein Buch lesen, reicht ein Blick auf die vorbei laufende Frau mit ihrem Hund und wir sind in Gedanken plötzlich ganz wo anders.

Eine Ablenkung muss nicht gut oder schlecht sein.
Grade dieses verträumte Gedanken-schweifen-Lassen kann uns sehr gut tun und bringt meist die tollsten Ideen und Erkenntnisse mit sich.
Die Frage ist immer, was wir wollen.
Manche würden das Tagträumen auch gar nicht mit dem Wort „Ablenkung“ betiteln. 
Doch was ist eine Ablenkung?

Wie an dem Wort erkennbar lenkt eine Ablenkung und von etwas ab.
Wenn unser Ziel also in einem Moment eigentlich grade war, ein Buch zu lesen und wir schauen plötzlich einem Spaziergänger hinterher, so hat uns dieser Spaziergänger von dem Buch Lesen abgelenkt.
Eine Ablenkung setzt entsprechend voraus, dass es etwas gibt, WOVON sie uns ablenkt.
Bildlich sehe ich einen graden Weg, den wir gerade laufen wollen und die Ablenkung fungiert wie ein Magnet, der uns zur Seite zieht.
Doch was, wenn wir den Weg gar nicht kennen?

Manchmal können wir uns wie von Außen dabei zuschauen, wie wir ununterbrochen am Rennen sind, wir beschäftigen uns und rennen von einer Aktion zur nächsten. 
Eventuell eine Ablenkung?
Wir erkennen die Ablenkungen daran, dass sie unbewusst geschehen. Sie haben meist etwas Gehetztes und hinterlassen ein schales Gefühl. So als wären wir selbst gar nicht wirklich dabei gewesen.

Das Aufwachen aus solchen Situationen, das Bewusst-Werden und Hinschauen ist meist schon die halbe Miete.
Sobald wir bewusst sind, dass wir selbst gar nicht mehr wirklich der Entscheider über das sind, was wir tun, sind wir schon wieder der Entscheider.
Dann bleibt nur noch die letzte spannende Frage zu klären:
Ja, ich lenke mich ab.
Doch wovon eigentlich?

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